Cobots, kollaborative Roboter, sind Roboterarme, die neben Menschen arbeiten können, ohne den Schutzzaun, den klassische Industrieroboter brauchen. Sie sind die am weitesten gereifte Kategorie auf dieser Website: Anders als humanoide Roboter laufen Cobots seit Jahren an tausenden Produktionslinien, auch in Deutschland, wo mit KUKA, Franka Robotics, Neura Robotics, Agile Robots und igus gleich mehrere Hersteller sitzen.
Die wichtigsten Modelle und was sie kosten
Marktführer ist Universal Robots aus Dänemark mit der e-Serie: der UR5e mit 5 kg Traglast und 850 mm Reichweite, der UR10e mit 12,5 kg und 1.300 mm. Deutsche Händler nennen dafür 29.155 beziehungsweise 36.473 Euro netto, was in dieser Branche selten ist, denn die meisten Hersteller veröffentlichen keine Preise. FANUC aus Japan bietet die CRX-Reihe von 3 bis 30 kg Traglast mit acht Jahren wartungsfreier Garantie, aber nur auf Anfrage. KUKA aus Augsburg hat mit der iisy-Reihe (3 bis 15 kg) die einfachere Schwester der Forschungsreihe iiwa; der iisy 6 R1300 kostet beim Händler 28.085 Euro netto. ABB liefert den GoFa mit weicher Außenhülle für 30.000 bis 37.500 Euro netto. Am unteren Ende steht der igus ReBeL aus Köln, ein Arm aus Kunststoff für rund 5.000 Euro mit 2 kg Traglast und ±1 mm Wiederholgenauigkeit, am oberen die Franka Research 3 aus München mit Momentensensoren in allen sieben Gelenken für Aufgaben, die Feingefühl brauchen.
Traglast, Reichweite, Genauigkeit
Drei Zahlen entscheiden die Auswahl. Die Traglast muss Greifer und Werkstück zusammen tragen; ein 5-kg-Cobot mit einem 1,5-kg-Greifer hebt noch 3,5 kg. Die Reichweite bestimmt, ob der Arm von einem Standort aus Maschine und Ablage erreicht; 850 mm reichen für einen Arbeitsplatz, 1.300 mm für Beschickung und Palettieren. Die Wiederholgenauigkeit liegt bei Metallarmen bei ±0,03 bis ±0,1 mm, beim Kunststoff-ReBeL bei ±1 mm, was für Pick-and-Place genügt, für Feinmontage nicht.
Sicherheit und Recht in Deutschland
„Kollaborativ“ ist eine Eigenschaft der Anwendung, nicht des Roboters. Ob ein Cobot ohne Zaun laufen darf, legt die Risikobeurteilung nach ISO 10218 (Neufassung 2025) und ISO/TS 15066 fest, in die Greifer, Werkstück und Geschwindigkeit einfließen; die Berufsgenossenschaften (DGUV) geben dazu Hilfen heraus. Ab dem 20. Januar 2027 gilt die neue Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 mit eigenen Anforderungen an KI-gestützte Sicherheitsfunktionen. Wer einen Cobot in eine Zelle einbaut, wird in der Regel selbst zum Hersteller der Gesamtmaschine und stellt die Konformitätserklärung aus, oder er lässt es den Integrator tun. Die Preise auf dieser Seite sind Nettopreise deutscher Händler mit Datum oder Herstellerpreise in Fremdwährung; Integration, Greifer und Schulung kommen in jedem Fall hinzu.
Was kostet ein Cobot in Deutschland?
Bei deutschen Händlern liegen die Nettopreise für einen sechsachsigen Cobot der 5- bis 10-kg-Klasse zwischen etwa 28.000 und 37.500 Euro: der KUKA LBR iisy 6 R1300 bei 28.085 Euro, der Universal Robots UR5e bei 29.155 Euro, der UR10e bei 36.473 Euro, der ABB GoFa bei 30.000 bis 37.500 Euro. Der igus ReBeL aus Kunststoff beginnt bei rund 5.000 Euro, trägt aber nur 2 kg. Greifer, Sicherheitstechnik und Integration kommen dazu und kosten oft so viel wie der Arm.
Worin unterscheidet sich ein Cobot von einem Industrieroboter?
Ein Cobot erkennt über Kraftsensoren in den Gelenken den Kontakt mit einem Menschen und stoppt, deshalb kann er oft ohne Schutzzaun arbeiten. Dafür ist er langsamer und trägt weniger, meist 3 bis 30 kg. Ob tatsächlich ohne Zaun gearbeitet werden darf, entscheidet nicht der Roboter, sondern die Risikobeurteilung der gesamten Anwendung samt Greifer und Werkstück nach ISO 10218 und ISO/TS 15066.
Welcher Cobot eignet sich für einen kleinen Betrieb?
Für Maschinenbeschickung und Montage mit bis zu 5 kg sind UR5e, FANUC CRX-5iA oder KUKA LBR iisy die bewährten Kandidaten; für Palettieren und mehr Reichweite UR10e oder CRX-10iA. Wer vor allem Erfahrung sammeln will, kommt mit dem igus ReBeL für rund 5.000 Euro am günstigsten herein. Entscheidend ist weniger der Arm als der Integrator in der Nähe, der Service und Programmierung übernimmt.
Gibt es Förderung für Cobots?
Das frühere Bundesprogramm „Digital Jetzt“ ist seit Ende 2023 beendet. Aktuell kommen der ERP-Förderkredit Digitalisierung der KfW, Programme der Bundesländer und steuerliche Abschreibungen in Frage; viele Ratgeber im Netz werben noch für ausgelaufene Programme. Prüfen Sie den Stand immer bei der Förderstelle selbst, bevor Sie planen.