Mähroboter sind in deutschen Gärten seit 20 Jahren im Einsatz, aber die Technik hat sich seit 2022 schneller verändert als in den 15 Jahren davor: Das Begrenzungskabel verschwindet, Satellitennavigation mit RTK-Korrektur und LiDAR-Scanner übernehmen, und chinesische Hersteller wie Segway, Mammotion, Dreame und ECOVACS drängen in einen Markt, der lange Husqvarna, GARDENA, Bosch und Worx gehörte. Im Katalog stehen 26 Modelle mit Fläche, Schnittbreite, Steigung, Lautstärke und Preis; diese Seite ordnet sie ein.
Drei Arten der Navigation
Begrenzungskabel ist die klassische Lösung: Ein Draht wird am Rand des Rasens verlegt, der Mäher bleibt innerhalb. Günstig (ab rund 470 Euro beim Husqvarna Automower Aspire R4 oder GARDENA SILENO minimo 500 m²), zuverlässig, aber mit Aufwand bei der Installation und Ärger, wenn der Draht beim Vertikutieren reißt. Kabelmäher fahren nach dem Zufallsprinzip oder, wie der Bosch Indego M+ 700, in Bahnen.
RTK-Satellitennavigation ortet den Mäher auf wenige Zentimeter genau, entweder mit einer eigenen Basisstation im Garten (ECOVACS GOAT O800 RTK, GARDENA smart SILENO free 1500 m², STIGA A 1500) oder über Netz-RTK per Mobilfunk (Mammotion LUBA mini 2 AWD 1000). Vorteil: kein Kabel, saubere Bahnen, mehrere Zonen. Nachteil: Der Mäher braucht freien Blick zum Himmel; unter dichten Bäumen, neben hohen Hauswänden und in Innenhöfen reißt der Empfang ab.
LiDAR und Kameras lösen das Empfangsproblem: Der Segway Navimow i215 LiDAR und der Dreame A3 AWD Pro 2500 scannen den Garten mit Laser und kartieren ihn selbst, der Worx Landroid Vision Cloud AI RTK V-SLAM WR312E kombiniert Kamera, RTK und visuelles SLAM. Diese Modelle erkennen auch Hindernisse, Tiere und Spielzeug, kosten aber ab rund 1.400 Euro.
Was die Zahlen bedeuten
Die Flächenangabe des Herstellers gilt für einfache Gärten bei täglichem Mähen; bei verwinkelten Flächen rechnet Husqvarna selbst mit einem Drittel weniger. Die Steigung ist bei Kabelmähern mit 25 bis 30 Prozent begrenzt, Allradmodelle wie Mammotion LUBA mini 2 AWD 1000 und Dreame A3 AWD Pro 2500 schaffen 80 Prozent, also Böschungen, auf denen man selbst kaum steht. Die Schnittbreite liegt bei 16 bis 22 cm, der Dreame A3 mit 40 cm ist die Ausnahme und entsprechend schnell. Lautstärke von 50 bis 65 dB(A) ist bei allen Modellen leiser als jeder Benzinmäher; die Werte der Hersteller sind aber unterschiedlich gemessen, Segway etwa ohne laufendes Messer.
Worauf deutsche Käufer achten sollten
Beim Kauf in Deutschland gilt die zweijährige Gewährleistung, viele Hersteller geben darüber hinaus Garantie, Husqvarna und GARDENA bei Registrierung bis zu fünf Jahre. Kabelmäher kaufen die meisten mit Installation beim Fachhändler; kabellose Modelle installiert man selbst per App in einer Stunde, braucht aber WLAN oder, bei Netz-RTK, Mobilfunkempfang im Garten. Prüfen Sie vor dem Kauf eines RTK-Mähers, ob die Basisstation einen Platz mit freiem Himmel und Strom findet; bei einem LiDAR-Modell entfällt die Frage. Für Igel und andere Nachttiere gilt: Mähzeiten auf den Tag legen, unabhängig von der Technik. Und: Die Preise von Dreame, ECOVACS, Segway und Mammotion schwanken stark zwischen Aktion und Listenpreis; im Katalog steht bei jedem Modell, wann und wo der Preis gesehen wurde.
Was im Katalog steht
Die Liste unten enthält alle 26 Mähroboter mit Datenblatt und Preis, von 470 Euro bis zum Profi-Mäher Husqvarna CEORA 546 EPOS für Sportplätze. Preise in Euro sind, sofern nicht anders angegeben, aus dem polnischen Handel zum Tageskurs umgerechnet und liegen damit in der Regel leicht unter den deutschen Listenpreisen.
Was kostet ein Mähroboter 2026?
Kabelmodelle für kleine Gärten bis 500 m² beginnen bei rund 470 bis 550 Euro (Husqvarna Aspire R4, GARDENA SILENO minimo). Kabellose Mäher mit RTK-Satellitennavigation oder LiDAR kosten je nach Fläche 800 bis 2.400 Euro: ECOVACS GOAT O800 RTK rund 820 Euro, Segway Navimow i215 und Mammotion LUBA mini 2 rund 1.400 Euro, GARDENA smart SILENO free rund 1.520 Euro, STIGA A 1500 rund 1.680 Euro, Dreame A3 AWD Pro rund 2.320 Euro. Die Preise im Katalog stammen aus dem Handel vom Oktober 2026.
Kabel, RTK oder LiDAR: Welche Navigation ist die richtige?
Begrenzungskabel ist am günstigsten und funktioniert überall, muss aber verlegt werden und reißt bei Gartenarbeiten. RTK-Satellitennavigation braucht freien Himmel und eine Basisstation oder Netz-RTK; unter dichten Bäumen und zwischen hohen Wänden fällt der Empfang aus. LiDAR und Kameras (Segway i-Serie, Dreame A3, Worx Vision) kartieren den Garten selbst und arbeiten auch unter Bäumen, kosten aber mehr. Viele Hersteller kombinieren RTK mit Kamera.
Sind Mähroboter gefährlich für Igel?
Ja, wenn sie nachts fahren. Igel sind nachtaktiv und rollen sich bei Gefahr ein statt zu fliehen; Naturschutzverbände raten deshalb, Mähroboter nur tagsüber laufen zu lassen. Modelle mit Kamera oder Radar (Dreame A3, Navimow i215, Worx Vision, STIGA A 10v) erkennen Tiere besser als Kabelmäher ohne Objekterkennung, ersetzen aber keinen Tagesplan.