In diesem Artikel
Kurz und knapp
- Behandelte ModelleUnitree G1 (Standard), Unitree Go2 (Air/Pro/EDU), UR5e
- Preise der behandelten Modelle2.270 € – 29.240 €
- Behandelte Modelle mit EU-Händler4 von 4
- Zahl der Quellen12
- Lesezeit5 Min.
Drei Märkte, drei Preislogiken
Wer in Deutschland einen Roboter kaufen will, trifft auf drei sehr verschiedene Märkte. Verbraucherroboter (Mähroboter, Saugroboter, Fensterputzroboter) kauft man im Baumarkt oder Elektronikhandel zu Bruttopreisen, mit Garantie und Rückgaberecht wie bei jedem Gerät. Humanoide und Roboterhunde kommen fast ausschließlich aus China und werden von wenigen Elektronik- und Robotikhändlern importiert; die Preise in Euro liegen weit über den Dollarpreisen der Hersteller. Cobots und Industrieroboter werden über Integratoren und Systempartner verkauft, meist ohne veröffentlichte Preisliste, netto und mit Integrationspaket.
Dieser Ratgeber nennt für jeden Markt, was belegt ist: Preise mit Datum und Händler, keine Schätzungen.
Humanoide und Roboterhunde: was Händler in Deutschland verlangen
| Modell | Herstellerpreis | In Deutschland | Stand |
|---|---|---|---|
| Unitree G1 | ab 13.500 USD ohne Steuern und Versand | 25.125 Euro (Reichelt), etwa 27.370 Euro (Funduino, Alternate), 26.775–28.245 Euro (OpenELAB, ausverkauft), jeweils inkl. MwSt. | 15.10.2026 |
| Unitree G1 EDU | keine Herstellerpreisliste | Reichelt listet 16 G1-Varianten bis 66.880 Euro, darunter eine „EDU Boxing version“ für 49.590 Euro | 15.10.2026 |
| Unitree R1 | ab 4.900 USD | einzelne Händlerangebote, keine feste Liste | 15.10.2026 |
| Unitree Go2 | ab 1.600 USD (Air) | regelmäßig bei Elektronik- und Robotikhändlern | 15.10.2026 |
| NEURA 4NE-1 Gen 3.5 | etwa 98.000 Euro Zielpreis, 60.000 Euro bei Flotten | Reservierung für 100 Euro, Lieferung ab Ende 2026 geplant | 15.10.2026 |
Der Aufschlag von 13.500 USD auf 25.000 Euro beim G1 ist kein Wucher, sondern Rechnung: Einfuhr, Zoll, 19 Prozent Mehrwertsteuer und die Marge des Händlers, der Garantie und Rücknahme übernimmt. Wer selbst importiert, spart einen Teil davon, wird aber zum Importeur mit allen Pflichten (siehe unten). Händler wie Reichelt, Funduino oder Alternate sind Elektronikhändler, keine Robotik-Fachhändler; Service und Ersatzteile laufen über den Hersteller in China. Terra Robotics, der größte deutsche Mehrmarkenhändler für Robotik, nennt keine Preise auf seiner Website.
Cobots: Nettopreise, die es tatsächlich gibt
Bei Cobots ist die Lage ungewöhnlich günstig für deutsche Käufer: Einige Händler nennen Nettopreise, was in der Branche selten ist.
| Modell | Traglast / Reichweite | Nettopreis | Händler |
|---|---|---|---|
| igus ReBeL | 2 kg / 664 mm | ab rund 5.000 Euro | igus direkt, RBTX |
| KUKA LBR iisy 6 R1300 | 6 kg / 1.300 mm | 28.085 Euro | Unchained Robotics |
| UR5e | 5 kg / 850 mm | 29.155 Euro | mybotshop |
| ABB GoFa CRB 15000 | 5 kg / 950 mm | 30.000–37.500 Euro | Unchained Robotics |
| UR10e | 12,5 kg / 1.300 mm | 36.473,50 Euro | mybotshop |
| FANUC CRX-10iA | 10 kg / 1.249 mm | nur auf Anfrage | FANUC Deutschland, Integratoren |
Der Arm ist nur der Anfang. Greifer, Sicherheitssensorik, Schutzeinrichtungen, Programmierung und Inbetriebnahme kosten erfahrungsgemäß noch einmal so viel wie der Roboter, je nach Aufgabe. Deshalb lohnt sich bei Cobots weniger die Suche nach dem günstigsten Arm als die nach dem Integrator in der Nähe, der die Anlage in Betrieb nimmt und wartet. Mehr zu Auswahl und Sicherheit in cobots.
Förderung: was 2026 noch gilt
Die wichtigste Nachricht ist eine Absage: Das Bundesprogramm „Digital Jetzt“, das viele Ratgeber noch empfehlen, ist seit dem 31. Dezember 2023 beendet; das Antragsportal wurde im März 2026 abgeschaltet, einen Nachfolger auf Bundesebene gibt es nicht. Wer heute Förderung sucht, hat diese Wege:
- ERP-Förderkredit Digitalisierung und Innovation der KfW (seit 1. Juli 2025): ein zinsgünstiger Kredit, keine Zuschussförderung, beantragt über die Hausbank.
- Programme der Bundesländer, zum Beispiel Digitalbonus-Programme, die sich je nach Land in Höhe, Frist und Bedingungen unterscheiden und oft nur in Antragsfenstern offen sind.
- Steuerliche Abschreibung: Ein Roboter ist ein abnutzbares Wirtschaftsgut; welche Abschreibung gilt, klärt der Steuerberater.
Prüfen Sie jedes Programm bei der Förderstelle selbst, bevor Sie planen; die Regeln ändern sich, und das Netz ist voller veralteter Hinweise. Dieser Abschnitt ist keine Steuer- oder Rechtsberatung.
Recht: Maschinenverordnung, Normen, Importpflichten
Ein Roboter ist in der EU eine Maschine. Bis zum 19. Januar 2027 gilt die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, ab dem 20. Januar 2027 die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230. Sie behandelt autonome mobile Maschinen und KI-gestützte Sicherheitsfunktionen ausdrücklich, erlaubt digitale Betriebsanleitungen und legt fest, dass wer eine Maschine wesentlich verändert, für die Änderung als Hersteller gilt (EU-OSHA).
Für Cobots gelten die Normen ISO 10218-1 und -2 in der Fassung von 2025 sowie ISO/TS 15066 für die Zusammenarbeit mit Menschen; die Berufsgenossenschaften (DGUV) geben dazu Handlungshilfen heraus. Ob ein Cobot ohne Schutzzaun laufen darf, entscheidet die Risikobeurteilung der ganzen Anwendung, nicht das Etikett „kollaborativ“.
Wer einen Roboter aus China selbst importiert, übernimmt die Rolle des Importeurs: Er muss prüfen, dass der Hersteller die Konformitätsbewertung durchgeführt hat, die Unterlagen vorhalten, seinen Namen am Produkt anbringen und als Ansprechpartner für Behörden dienen. Dazu kommen Zoll und Einfuhrumsatzsteuer. Für einen Roboterhund im Privathaushalt ist das überschaubar; für einen Betrieb, der einen Cobot in die Produktion stellt, ist der Weg über einen Händler oder Integrator fast immer günstiger, wenn man Haftung und Zeit mitrechnet.
Österreich und Schweiz
Die genannten EU-Regeln gelten in Österreich unverändert, die Mehrwertsteuer beträgt dort 20 Prozent. Die Schweiz übernimmt das EU-Maschinenrecht über eigene Vorschriften und hat Zollgrenze und eigene Einfuhrsteuer; Preise in Franken haben wir für die hier genannten Modelle nicht gefunden. Für beide Länder bauen wir Händlerlisten erst auf.
Weiterlesen
Alle Humanoiden mit Preisen stehen in humanoide Roboter, alle Cobots in cobots. Was die Kampfliga REK über die Belastbarkeit von Unitree G1 und EngineAI T800 zeigt und was kampffähige Roboter in Europa kosten, steht auf “Roboterkämpfe mit Humanoiden in Europa”.
Häufige Fragen
Was kostet ein humanoider Roboter in Deutschland?
Der Unitree G1 kostet bei deutschen Händlern rund 25.000 bis 27.500 Euro inklusive Mehrwertsteuer, obwohl der Hersteller 13.500 USD nennt; die Differenz sind Einfuhr, 19 Prozent Mehrwertsteuer und Händlermarge. Der Unitree R1 beginnt beim Hersteller bei 4.900 USD. Der deutsche Neura 4NE-1 soll etwa 98.000 Euro kosten. Industrielle Humanoiden wie Figure 03 haben keinen Preis und werden in Europa nicht verkauft.
Was kostet ein Cobot in Deutschland?
Deutsche Händler nennen für die 5- bis 10-kg-Klasse 28.000 bis 37.500 Euro netto: KUKA LBR iisy 6 R1300 28.085 Euro, Universal Robots UR5e 29.155 Euro, UR10e 36.473 Euro, ABB GoFa 30.000 bis 37.500 Euro. Der igus ReBeL aus Kunststoff beginnt bei rund 5.000 Euro. Greifer, Sicherheitstechnik und Integration kommen hinzu.
Gibt es 2026 noch Förderung für Roboter?
Das Bundesprogramm „Digital Jetzt“ ist seit Ende 2023 beendet, das Portal wurde im März 2026 abgeschaltet; einen Nachfolger auf Bundesebene gibt es nicht. Aktuell in Frage kommen der ERP-Förderkredit Digitalisierung und Innovation der KfW, Programme der Bundesländer und die steuerliche Abschreibung. Viele Ratgeber im Netz werben noch für ausgelaufene Programme; prüfen Sie den Stand bei der Förderstelle.
Darf ich einen Roboter aus China selbst importieren?
Ja, aber dann sind Sie der Importeur im Sinne des EU-Produktrechts und tragen Pflichten, die sonst der Händler trägt: Konformität prüfen, Unterlagen vorhalten, Ansprechpartner sein. Dazu kommen Zoll und Einfuhrumsatzsteuer. Für Privatpersonen mit einem Roboterhund ist das überschaubar, für einen Betrieb mit einem Cobot in der Produktion nicht.
Was ändert sich mit der Maschinenverordnung 2027?
Ab dem 20. Januar 2027 gilt die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 statt der Maschinenrichtlinie. Sie regelt unter anderem autonome mobile Maschinen und KI-gestützte Sicherheitsfunktionen ausdrücklich und erlaubt digitale Betriebsanleitungen. Wer einen Roboter in eine Anlage einbaut, wird in der Regel selbst zum Hersteller der Gesamtmaschine.
Quellen
Links zu den Unterlagen, auf denen dieser Text beruht. Bevor Sie eine Entscheidung auf eine Zahl aus dem Artikel stützen, prüfen Sie sie an der Quelle.
- Unitree: Produktseite G1 (abgerufen 15.10.2026) (unitree.com)
- Reichelt Elektronik: Unitree G1 (abgerufen 15.10.2026) (reichelt.de)
- OpenELAB: Unitree G1 (abgerufen 15.10.2026) (openelab.io)
- mybotshop: Universal Robots UR5e / UR10e (abgerufen 15.10.2026) (mybotshop.de)
- Unchained Robotics: KUKA LBR iisy, ABB GoFa (abgerufen 15.10.2026) (unchainedrobotics.de)
- KfW: ERP-Förderkredit Digitalisierung und Innovation (abgerufen 15.10.2026) (kfw.de)
- BMWK: Förderprogramm Digital Jetzt, beendet (abgerufen 15.10.2026) (bmwk.de)
- Verordnung (EU) 2023/1230 über Maschinen, EUR-Lex (eur-lex.europa.eu)
- EU-OSHA: Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 (osha.europa.eu)
- ISO 10218-1:2025, Normseite (iso.org)
- ISO 10218-2:2025, Normseite (iso.org)
- DGUV: Kollaborierende Robotersysteme, Fachbereich Holz und Metall (dguv.de)
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